Tina Theune gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs. Die frühere Spielerin und Trainerin führte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft 2003 zum ersten Weltmeistertitel und gewann als Bundestrainerin außerdem drei Europameisterschaften. Gleichzeitig schrieb sie schon lange vor diesen Erfolgen Geschichte: 1985 absolvierte sie als erste Frau in Deutschland die Ausbildung zur Fußball-Lehrerin.
Christina „Tina“ Theune wurde am 4. November 1953 in Kleve geboren. Im August 2026 ist sie 72 Jahre alt. Ihre aktive Zeit als Bundestrainerin liegt inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte zurück, doch aus dem internationalen Frauenfußball hat sie sich nicht vollständig verabschiedet. Noch heute gibt sie ihre Erfahrung unter anderem als Mentorin an andere Trainerinnen weiter.

Wer ist Tina Theune?
Tina Theune ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin, Fußballtrainerin und frühere Bundestrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Von 1996 bis 2005 stand sie an der Spitze des DFB-Teams.
Ihr Name ist vor allem mit einer außergewöhnlich erfolgreichen Phase des deutschen Frauenfußballs verbunden. Unter ihrer sportlichen Verantwortung gewann Deutschland:
| Wettbewerb | Erfolg unter Tina Theune |
|---|---|
| Europameisterschaft 1997 | Europameister |
| Olympische Spiele 2000 | Bronzemedaille |
| Europameisterschaft 2001 | Europameister |
| Weltmeisterschaft 2003 | Weltmeister |
| Olympische Spiele 2004 | Bronzemedaille |
| Europameisterschaft 2005 | Europameister |
Besonders bemerkenswert ist ihre Bilanz bei Europameisterschaften. Theune betreute Deutschland als Cheftrainerin bei den Turnieren 1997, 2001 und 2005 – und gewann alle drei. In ihren insgesamt 15 EM-Endrundenspielen als Bundestrainerin blieb die deutsche Mannschaft ungeschlagen.
Theunes Bedeutung lässt sich jedoch nicht allein an Pokalen messen. Sie war auch maßgeblich an der Professionalisierung der Trainerinnen-Ausbildung, der Nachwuchsförderung und dem systematischen Aufbau des deutschen Frauenfußballs beteiligt.
Vom eigenen Fußballspielen zur ersten Fußball-Lehrerin Deutschlands
Tina Theunes Weg begann in einer Zeit, in der Mädchen und Frauen im deutschen Fußball noch mit erheblich schlechteren Bedingungen als heute zurechtkommen mussten. Der DFB hatte Frauenfußball erst 1970 wieder offiziell zugelassen.
Theune spielte ab den 1970er-Jahren für Grün-Weiß Brauweiler und übernahm bereits früh Verantwortung im Trainingsbereich. Parallel dazu studierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dort begegnete sie auch Gero Bisanz, der später eine entscheidende Rolle in ihrer Laufbahn spielen sollte.
Ein wichtiger Meilenstein folgte 1985: Tina Theune absolvierte als erste Frau in Deutschland erfolgreich die höchste damalige Trainerausbildung zur staatlich geprüften Fußball-Lehrerin.
Dieser Schritt hatte weit über ihre persönliche Karriere hinaus Bedeutung. Eine Frau in der höchsten deutschen Trainerausbildung war Mitte der 1980er-Jahre keineswegs selbstverständlich. Theune öffnete damit zumindest symbolisch eine Tür, durch die später zahlreiche weitere Trainerinnen gehen konnten.
Schon deshalb gehört sie zu den Pionierinnen des deutschen Fußballs.
1986 kam sie zum Deutschen Fußball-Bund und arbeitete zunächst als Assistentin von Frauen-Bundestrainer Gero Bisanz. Gleichzeitig beschäftigte sie sich intensiv mit der Nachwuchsförderung. Sie war unter anderem am Aufbau von Juniorinnen-Auswahlmannschaften beteiligt.
Damit entstand eine Verbindung, die für den späteren Erfolg entscheidend wurde: Talententwicklung und Frauen-Nationalmannschaft wurden zunehmend systematisch miteinander verzahnt.
Tina Theune als Bundestrainerin von 1996 bis 2005
Im August 1996 übernahm Tina Theune die Frauen-Nationalmannschaft von Gero Bisanz. Sie wurde damit die erste Bundestrainerin des deutschen Frauen-Nationalteams.
An ihrer Seite arbeitete Silvia Neid als Assistenztrainerin. Diese Verbindung ist für die deutsche Fußballgeschichte besonders interessant: Bisanz hatte Theune aufgebaut, Theune arbeitete später mit Neid zusammen und Neid übernahm wiederum 2005 die Nationalmannschaft.
Es entstand damit eine bemerkenswerte sportliche Kontinuität über mehrere Jahrzehnte.
Theune musste bei ihrem Amtsantritt nicht bei null anfangen. Deutschland war bereits Europameister und gehörte international zur Spitze. Ihre Aufgabe bestand vielmehr darin, eine erfolgreiche Mannschaft weiterzuentwickeln und gleichzeitig einen Generationswechsel einzuleiten.
Dabei setzte sie zunehmend auf Spielerinnen wie Birgit Prinz, Renate Lingor, Ariane Hingst, Silke Rottenberg und später weitere Mitglieder jener Generation, die den deutschen Frauenfußball über Jahre dominieren sollte.
Der erste große Test kam bereits bei der Europameisterschaft 1997 in Norwegen und Schweden. Deutschland startete mit zwei Unentschieden ins Turnier und stand früh unter Druck. Trotzdem erreichte das Team die K.-o.-Phase und gewann schließlich das Finale gegen Italien mit 2:0.
Für Theune war es der erste internationale Titel als verantwortliche Bundestrainerin.
Vier Jahre später folgte die Heim-Europameisterschaft 2001. Deutschland gewann erneut den Titel. Im Finale gegen Schweden entschied Claudia Müller die Partie in der Verlängerung per Golden Goal.
Damit hatte Theune zwei ihrer ersten beiden Europameisterschaften als Cheftrainerin gewonnen.
Der WM-Titel 2003 war Tina Theunes größter Erfolg
Der Höhepunkt ihrer Trainerkarriere kam 2003 bei der Frauen-Weltmeisterschaft in den USA.
Deutschland spielte ein außergewöhnlich starkes Turnier. Nach Siegen gegen Kanada, Japan und Argentinien in der Gruppenphase folgte im Viertelfinale ein deutliches 7:1 gegen Russland.
Besonders wichtig war anschließend das Halbfinale gegen Gastgeber und Titelverteidiger USA. Deutschland gewann 3:0 und erreichte erstmals das Endspiel einer Frauen-Weltmeisterschaft seit dem verlorenen Finale von 1995.
Im Finale am 12. Oktober 2003 traf das deutsche Team in Carson auf Schweden.
Schweden ging zunächst in Führung. Maren Meinert glich kurz nach der Pause zum 1:1 aus. Das Spiel ging in die Verlängerung – und wurde durch eine Szene entschieden, die zu den bekanntesten Momenten des deutschen Frauenfußballs gehört.
Nach einem Freistoß von Renate Lingor erzielte die eingewechselte Nia Künzer per Kopf das 2:1.
Da damals noch die Golden-Goal-Regel galt, war das Finale damit sofort beendet.
Deutschland war erstmals Frauen-Weltmeister.
Der Erfolg machte Spielerinnen wie Birgit Prinz, Bettina Wiegmann, Nia Künzer, Silke Rottenberg, Steffi Jones, Renate Lingor und Ariane Hingst einem wesentlich größeren Publikum bekannt. Gleichzeitig rückte Tina Theune stärker als je zuvor in den Mittelpunkt.
Der WM-Titel war nicht nur ein einzelner Turniersieg. Er zeigte, dass sich die jahrelange Arbeit bei Talentförderung, Trainerausbildung und Nationalmannschaft auf höchstem internationalen Niveau ausgezahlt hatte.
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Warum Tina Theunes Trainerarbeit so erfolgreich war
Bei Tina Theunes Bilanz fällt zunächst die außergewöhnliche Zahl großer Titel auf. Ihre langfristige Bedeutung liegt aber vor allem darin, wie sie sportliche Entwicklung verstand.
Theune arbeitete über Jahre gleichzeitig oder nacheinander mit unterschiedlichen Generationen deutscher Spielerinnen. Dadurch kannte sie viele Talente lange bevor sie dauerhaft in der A-Nationalmannschaft ankamen.
Der Übergang zwischen Nachwuchs- und Spitzenfußball bekam dadurch besonderes Gewicht.
Ein gutes Beispiel ist Birgit Prinz. Die spätere Rekordnationalspielerin entwickelte sich in Theunes Amtszeit zu einer der besten Fußballerinnen der Welt. Auch Spielerinnen wie Ariane Hingst und Renate Lingor wurden wichtige Säulen jener Nationalmannschaft.
Theune setzte zudem stark auf Ausbildung und Wissenstransfer. Das zeigte sich später besonders deutlich, als Silvia Neid von ihrer Assistentin zur Bundestrainerin aufstieg.
Neid führte den erfolgreichen Weg ab 2005 fort und gewann unter anderem die Weltmeisterschaft 2007, die Europameisterschaften 2009 und 2013 sowie 2016 olympisches Gold.
Die Entwicklung von Bisanz über Theune zu Neid zeigt, warum die erfolgreichsten Jahrzehnte des deutschen Frauenfußballs nicht allein durch einzelne Spielergenerationen erklärt werden können. Dahinter stand auch eine über Jahre aufgebaute Trainer- und Nachwuchsstruktur.
Der Abschied 2005 und ihre weitere Arbeit beim DFB
Tina Theune beendete ihre Zeit als Bundestrainerin auf denkbar erfolgreiche Weise.
Bei der Europameisterschaft 2005 in England führte sie Deutschland erneut bis ins Finale. Dort setzte sich das DFB-Team mit 3:1 gegen Norwegen durch.
Damit hatte Theune alle drei Europameisterschaften gewonnen, bei denen sie Deutschland als verantwortliche Cheftrainerin betreute.
Nach dem Turnier gab sie ihr Amt wie angekündigt ab. Silvia Neid wurde ihre Nachfolgerin.
In historischen DFB-Rückblicken werden für Theunes Amtszeit 135 Länderspiele auf der Bank genannt. Das heutige DFB-Datencenter weist 134 Spiele aus. Diese unterschiedliche Zählweise ändert nichts an den wesentlichen Eckdaten ihrer sportlichen Bilanz und wird bei der Einordnung ihrer Karriere häufig übersehen.
Theune verließ nach 2005 allerdings nicht sofort den DFB.
Sie arbeitete weiterhin in verschiedenen Bereichen des Frauen- und Mädchenfußballs, unter anderem in der Talent- und Eliteförderung, bei Trainerfortbildungen und an strategischen Projekten. Ende 2019 endete ihre reguläre Tätigkeit beim Deutschen Fußball-Bund.
Auch international brachte sie ihre Erfahrung ein. Sie arbeitete über Jahre in Gremien und Entwicklungsprogrammen des internationalen Fußballs.
Was macht Tina Theune heute?
Tina Theune ist heute nicht mehr als Vereins- oder Nationaltrainerin tätig, bleibt aber mit dem Frauenfußball verbunden.
Besonders aktuell ist ihr Engagement im FIFA Elite Performance: Coach Mentorship Programme. Die dritte Ausgabe dieses internationalen Programms startete 2025 und läuft über einen Zeitraum von 18 Monaten.
Dabei bringt die FIFA erfahrene Trainerinnen und Trainer mit Frauen zusammen, die sich auf hohem Niveau als Coaches weiterentwickeln wollen. Tina Theune gehört zu den ausgewählten Mentorinnen. Ihr wurde die frühere italienische Nationalspielerin und heutige Trainerin Manuela Tesse aus Malta als Mentee zugeordnet.
Damit hat sich Theunes Rolle verändert: Früher entwickelte sie selbst Nationalspielerinnen und Nachwuchstrainerinnen innerhalb des deutschen Systems. Heute gibt sie ihre Erfahrungen auf internationaler Ebene an die nächste Trainerinnengeneration weiter.
Diese Tätigkeit passt zu einem Muster, das ihre gesamte Karriere geprägt hat. Theune war nie ausschließlich auf die Ergebnisse einer einzelnen Mannschaft konzentriert. Ausbildung, Nachwuchsentwicklung und Weitergabe von Wissen spielten für sie über Jahrzehnte eine zentrale Rolle.
Für ihre Verdienste erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. 2002 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2019 gehörte sie zur Gründungself der Hall of Fame des deutschen Frauenfußballs. Im Oktober 2023 zeichnete der DFB sie als erste Frau mit seinem Ehrenpreis „Lebenswerk“ aus.

Tina Theune, Tina Theune-Meyer und ihr Privatleben
Ältere Fußballberichte führen häufig den Namen Tina Theune-Meyer. Dabei handelt es sich nicht um eine andere Person.
Tina Theune war mit Thomas Meyer verheiratet, der zu Beginn ihrer Fußballlaufbahn auch ihr Trainer gewesen war. Daher trat sie über viele Jahre unter dem Nachnamen Theune-Meyer auf. In aktuellen offiziellen Veröffentlichungen wird sie wieder als Tina Theune geführt.
Über ihr heutiges Privatleben gibt es nur wenige zuverlässig bestätigte Informationen. Insbesondere zu einem aktuellen Partner oder einer aktuellen Beziehung liegen keine belastbaren öffentlichen Angaben vor. Es wäre deshalb nicht seriös, aus einzelnen Internetangaben Rückschlüsse auf ihren derzeitigen Beziehungsstatus zu ziehen.
Öffentlich steht bei Theune seit jeher vor allem ihre sportliche Arbeit im Vordergrund.
Gerade bei ihrer historischen Einordnung ist außerdem wichtig, sie nicht nur auf den WM-Titel 2003 zu reduzieren. Sie war Spielerin, Nachwuchstrainerin, Co-Trainerin, Bundestrainerin, Talententwicklerin und internationale Mentorin. Ihre Karriere verbindet damit mehrere Entwicklungsphasen des deutschen Frauenfußballs miteinander.
Frequently Asked Questions
1. Wie alt ist Tina Theune?
Tina Theune wurde am 4. November 1953 geboren und ist im August 2026 72 Jahre alt.
2. Wo wurde Tina Theune geboren?
Sie wurde in Kleve in Nordrhein-Westfalen geboren und wuchs am Niederrhein auf.
3. Wann war Tina Theune Bundestrainerin?
Sie führte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft von August 1996 bis nach der Europameisterschaft 2005.
4. Welche Titel gewann Tina Theune als Bundestrainerin?
Sie gewann die Europameisterschaften 1997, 2001 und 2005 sowie die Weltmeisterschaft 2003. Bei den Olympischen Spielen 2000 und 2004 holte Deutschland außerdem jeweils Bronze.
5. Warum hieß Tina Theune früher Theune-Meyer?
Theune trug aufgrund ihrer Ehe mit Thomas Meyer über viele Jahre den Namen Tina Theune-Meyer. Heute wird sie wieder unter Tina Theune geführt.
6. Wer wurde Nachfolgerin von Tina Theune?
Silvia Neid übernahm 2005 das Amt der Bundestrainerin. Sie hatte zuvor als Theunes Assistenztrainerin gearbeitet.
7. Was macht Tina Theune heute?
Sie arbeitet nicht mehr als Bundestrainerin, ist dem internationalen Frauenfußball aber weiterhin verbunden. In der aktuellen Ausgabe des FIFA Elite Performance: Coach Mentorship Programme gibt sie ihre Erfahrung als Mentorin an die nächste Trainerinnengeneration weiter.
Conclusion
Tina Theune gehört zu den prägenden Figuren des deutschen Frauenfußballs. Ihr größter sichtbarer Erfolg war der erste WM-Titel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im Jahr 2003. Ihre Bedeutung reicht jedoch wesentlich weiter.
Als erste Frau in Deutschland mit der höchsten Fußball-Lehrer-Ausbildung durchbrach sie früh eine wichtige Grenze. Später führte sie die Nationalmannschaft zu drei Europameistertiteln, entwickelte gemeinsam mit dem DFB Nachwuchsstrukturen weiter und begleitete zahlreiche Spielerinnen und Trainerinnen auf ihrem Weg in den Spitzenfußball.
Auch mehr als 20 Jahre nach ihrem Abschied als Bundestrainerin ist ihr Wissen gefragt. Ihre heutige Arbeit als FIFA-Mentorin zeigt, dass sich ein zentraler Teil ihrer Karriere fortsetzt: Erfahrung nicht nur für den eigenen Erfolg zu nutzen, sondern an die nächste Generation weiterzugeben.
Wer die Erfolgsgeschichte der deutschen Frauen-Nationalmannschaft verstehen möchte, kommt deshalb an Tina Theune kaum vorbei.